Schon seit einigen Jahren blicken wir als Erasmus+-Schule regelmäßig über unseren Tellerrand. Die Lehrpersonen unserer Schule nehmen immer wieder an Kursen und Jobshadowings in ganz Europa teil und lernen dabei internationale Kolleg:innen und Schüler:innen, unterschiedliche Bildungssysteme sowie pädagogische Maßnahmen und Methoden kennen. Unter der Federführung der Erasmus+-Koordinatorin Christina Bukovics-Schmiedhofer wurde bereits ein Schüler:innenaustausch der österreichischen Schüler:innen mit Südtirol organisiert, und heuer war eine französische Schulklasse bei uns in St. Lambrecht zu Gast.
Bereits im April 2025 nahm eine französische Schule Kontakt mit uns auf und strebte einen Schüler:innenaustausch an. Nach einem regelrechten Behördendschungel gab es erfreulicherweise grünes Licht für dieses Unterfangen. So lernten sich unsere österreichischen Schüler:innen und ihre französischen Austauschpartner:innen im Herbst und Winter 2025 in mehreren Online-Meetings kennen. Auch die Lehrpersonen beider Schulen standen in regem Austausch.
Zu Weihnachten sandten sich die Schüler:innen selbst gebastelte Weihnachtskarten zu und erstellten einen Countdown-to-the-Trip-Kalender, in dem sie einander kulturelle, traditionelle und typische Besonderheiten ihrer jeweiligen Länder vorstellten.
Am Freitag, dem 16. Jänner 2026, traf die Schulgruppe aus der Bretagne (Frankreich) endlich am Bahnhof Mariahof–St. Lambrecht ein und wurde von den Schüler:innen der 3. Klasse, deren Gasteltern sowie von Schulleiterin Brigitte Hilberger und der Erasmus+-Koordinatorin Christina Bukovics-Schmiedhofer herzlich willkommen geheißen. Danach ging es auch schon nach Hause zu den Gastfamilien, wo die französischen Kinder ihr erstes Eintauchen in das österreichische Familienleben erleben durften. Am Wochenende stand jede Menge Action auf dem Programm: Skifahren, Bobfahren, Schlittschuhlaufen, Langlaufen und viele andere lustige Aktivitäten hatten die Gastfamilien vorbereitet.
Die Projektwoche von 19. bis 22. Jänner 2026 stand ganz im Zeichen der Biodiversität. Am Montagmorgen wurden die französischen Schüler:innen samt ihren zwei Lehrerinnen und ihrem Lehrer empfangen und mit einem Lied der Volksschule willkommen geheißen. Danach durften sie das Schulgebäude erkunden. Der erste Theorieinput kam von Marie-Luise Mürzl, Geschäftsführerin des Naturparks Zirbitzkogel-Grebenzen, die das Thema Biodiversität allgemein vorstellte. Gemeinsam fertigte sie mit den Kindern auch Vogelfutter an. Nach dieser Einheit wurden schon die dreisprachigen Einladungen für die Abschlusspräsentation am Donnerstag gestaltet. In der sechsten Stunde gab es noch eine interaktive Präsentation von David Knapp zum Thema Bienenhaltung in Österreich. Er beleuchtete dabei auch die Rolle der Biene für die Biodiversität. Am Nachmittag besuchte die Gruppe den Straußenhof Wallner in St. Blasen und bekam eine spannende Führung durch den Hof, konnte Straußenprodukte kennenlernen und öffnete ein Straußenei mit dem Bohrer.
Am Dienstagmorgen wurde am Thema Bienen weitergearbeitet. Die Schüler:innen konnten verschiedene Honigsorten kosten und ihre eigenen Bienenwachskerzen gießen. Auch ein Blick in den Schaubienenstock durfte nicht fehlen. Gleichzeitig erstellten die Schüler:innen Plakate über das Gelernte zu den Themen Bienen sowie zum Besuch am Straußenhof. In der dritten Stunde stand ein Vortrag von Philipp Gruber vom Forstreferat der Bezirkshauptmannschaft Murau am Programm. In seinem Vortrag beleuchtete er das Thema Wald und Bäume. Im Anschluss lernten die Kinder, wie man das Alter eines Baumes anhand seiner Jahresringe feststellt. Nach diesem Vortrag wurden Lapbooks zu diesem Thema gestaltet. Am Nachmittag gab es eine Stiftsführung für die Gruppe. Das Vogelmuseum zeigte eindrucksvoll die Artenvielfalt der heimischen Vogelwelt auf.
Der Mittwoch war der kreative Tag in dieser Woche: Am Morgen galt es „Nature boxes“ zu gestalten. Dazu mussten je ein Kind aus Frankreich und eines aus Österreich gemeinsam verschiedene Gegenstände in der Natur finden, fotografieren und anschließend in einer Präsentation darstellen. Zusätzlich mussten alle Begriffe in die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch übersetzt werden. In der zweiten Hälfte des Schultages bauten die Schüler:innen der 4. Klasse mit unseren Gästen Insektenhotels. Dazu wurden leere Konservendosen upgecycelt, bemalt und mit verschiedenen Ästen gefüllt. Im weiteren Verlauf des Tages ging es ins Wildtiermuseum, wo Familie Deutz über die heimische Tierwelt informierte.
Die große Abschlusspräsentation war das Highlight am Donnerstag. Die Schüler:innen gestalteten digitale Memory-Spiele sowie eine dreisprachige Version von „Wer wird Millionär?“. In der Abschlusspräsentation, zu der alle Klassen und einige Eltern kamen, berichteten die Schüler:innen von ihren Erlebnissen und Lernergebnissen in dieser Projektwoche. Zum krönenden Abschluss tanzten alle gemeinsam einen traditionellen Volkstanz aus der Bretagne. Am Nachmittag trafen sich alle im Golfstudio von Frau Ana Schneider und bewiesen ihre sportliche Seite. Danach ging es auf den Marktteich zur Eisdisco, mit der diese Projektwoche ein grandioses Finale erlebte. Am Freitag traten die französischen Schüler:innen mit ihren Lehrpersonen wieder die Heimreise an.
Am Ende dieser aufregenden und lehrreichen Projektwoche sagen wir ein herzliches DANKE:
- allen Gastfamilien für die liebevolle Aufnahme der Gastschüler:innen.
- allen Referent:innen und Vortragenden für ihr Bemühen.
- allen Unterstützer:innen für das großzügige Entgegenkommen.
- Frau Christina Bukovics-Schmiedhofer für die bürokratische Abwicklung.





























